Jugendtag 2014

"Friede sei mit euch!" (Joh 20,21)

Rückblick auf den Jugendtag am 14./15. Juni 2014

Wir dürfen auf einen wunderschönen Jugendtag zurückblicken und sind dankbar für diese gemeinsame, friedvolle Zeit mit Euch allen!
Sr. Dorothea hat Ihre Erlebnisse und Eindrücke von der Sternwallfahrt und vom Jugendtag für Euch aufgeschrieben:

„Liebe Jugendliche, wenn Ihr aus dem lebendigen Geist Jesu lebt, werdet Ihr zu Friedensstiftern für die Welt!“ Diese Zusage durfte ich beim 34. Jugendtag mit dem Motto: „Friede sei mit Euch!“ (vgl. Joh. 20,21) in ganz unterschiedlichen Facetten erleben und spüren.

Am Freitagmorgen machte ich mich auf den Weg nach Schmiechen, um mich dort mit meiner Sternwallfahrer-Gruppe zu treffen. Es war eine spannende Konstellation und auf der Fahrt dorthin war mir ehrlich gesagt etwas mulmig zumute: 5 Teilnehmer, drei aus Blaustein, eine aus Öhringen und ich aus Untermarchtal…Drei hatte ich bisher nicht gekannt. Aber schon sehr schnell spürte ich die besondere Atmosphäre in unserer kleinen, spontan zusammengewürfelten Gruppe: Die Freude aneinander, am gemeinsamen Weg und auf den Jugendtag! Jede/r gab dem anderen das Gefühl: „Schön, dass du da bist. Lasst uns diesen Weg gemeinsam gehen!“ So waren 5 Friedensstifter in diesen Tagen gemeinsam unterwegs und lernten ebenso viele, unterschiedliche Friedensmenschen auf ihrem Weg nach Untermarchtal kennen. U.a. eine Familie, die uns zu sich nach Hause einlud: Zu kühlem Getränk, frischem Obst und zum Hüpfen auf ihrem großen Trampolin im Garten!

In Untermarchtal angekommen wurden wir von den Schwestern vor Ort herzlich empfangen und das geniale Wetter lud dazu ein, sich auf dem Kirchenhügel auszuruhen von der Wallfahrt.
Sehr ergreifend war für mich der Meditationsgottesdienst am Samstagabend in unserer Vinzenzkirche. Der Gottesdienst war umrahmt von einer Sprechmotette mit den Worten: Wut, Gewalt, Krieg und Angst. Die Jugendlichen wurden dazu animiert, diese Worte in verschiedenen Gruppen laut in den Kirchenraum zu rufen – das wirkte für mich bedrohlich und unheimlich. Aber gerade dadurch fielen mir die Friedensworte der Bibel umso tiefer ins Herz, bspw.: „Meide das Böse und tu das Gute; suche Frieden und jage ihm nach!“ (Ps. 34,15)
Ein wichtiger Bestandteil des Gottesdienstes ist das Vorstellen der Jugendtagskerze. Dieses Jahr wurde sie von hörgeschädigten Schülern aus St. Josef (Schwäbisch Gmünd) gestaltet. Eindrucksvoll stellten diese ihre Kerze vor, welche sie mit 5 Friedenssymbolen verzierten. U.a. eine helle und eine dunkle Hand als Zeichen für die deutschen Schüler in St. Josef und ihre Partnerschüler in Tansania, von denen sie beim letzten Schüleraustausch so viel lernen durften. Diese Kerze wird bei uns Schwestern in den Gottesdiensten brennen und im Gebet bleiben wir mit allen Sternwallfahren verbunden!
Nach dem Meditationsgottesdienst gab es verschiedene Angebote: Anbetung, Gesprächskreise, Beichtgespräche oder ein Konzert im Zelt der Band Desert Eden von der Jugendkirche aus Ludwigsburg. Mit dem Nachtgebet der Kirche, der Komplet um 23 Uhr, wurden wir dann alle in die Nacht und den wohlverdienten Schlaf entlassen. 

Am Jugendtagmorgen wurden wir musikalisch um 8.30 Uhr durch den Chor „Horizont“ & Band aus Bargau geweckt, der ebenso den Jugendtaggottesdienst selbst wunderbar musikalisch begleitete!
Sr. Lintrud schenkte uns in ihrer Begrüßung sehr tief gehende Worte. Sie bezeichnete den Frieden als ein wertvolles Geschenk Gottes an uns Menschen und bestätigte dies durch ein Zitat des hl. Vinzenz: „Der Friede ist mehr wert als alle Güter der Welt!“
Im anschließenden Morgenlob begegneten uns drei erfrischend komische Agenten auf einer Mission impossible – auf der Suche nach dem Frieden im Alltag…Ist das eine unmögliche oder sogar mögliche Mission?! In diesem Zusammenhang gab uns Sr. Marzella  ihre Gedanken zu ihrem diesjährigen Jugendtagsbild weiter. Schon vor dem Jugendtag startete sie einen Aufruf an Jugendliche, ihr ausgesägte „Friedenstauben-Hände“ zuzuschicken, die am Jugendtag selbst in einem Interessenskreis bemalt werden sollten. Ca. 280 „Friedenstauben-Hände“  flogen nach Untermarchtal  und werden nun auf dem Klostergelände als Friedenssymbole aufgestellt. Die Taube als Zeichen des Friedens stellt auf ihrem Bild gleichzeitig die Hand Gottes dar, die uns diesen Frieden ins Herz gibt – eine zärtliche, fürsorgende und liebende Hand. 

In den über 50 Interessenskreisen wurde dieses Jahr wieder angeboten, was das Herz begehrt: Für jede/r war etwas dabei, um sich mit dem Jugendtagsthema intensiver auseinanderzusetzen – egal ob in Gesprächskreisen, in der Meditation und im Gebet oder im kreativen Gestalten. Zudem bestand die Möglichkeit in der „Alten Scheune“ eine Ausbildungsplattform zu verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten in unseren vinzentinischen Einrichtungen und der Diözese zu besuchen.    

Die Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Gebhard Fürst bildete den Höhepunkt und Abschluss der Sternwallfahrt und des Jugendtages. Hier möchte ich zwei Momente erwähnen, in denen ich den Frieden in meinem Herzen deutlich spüren durfte. Zum einen als Bischof Gebhard in seiner Predigt uns bewusst und eindringlich die Worte Jesu an seine Jünger zusprach: „FRIEDE SEI MIT EUCH!“
Und zum anderen die Schweigeminute für den Frieden in der Welt. Um mich herum war absolute Stille… Bis plötzlich das glückliche, ausgelassene und friedvolle Lachen eines Kleinkindes zu hören war, was uns alle berührte und ansteckte. Sofort spürte ich eine Zuversicht in mir: Ja, Friede kann möglich sein! In meinem Herzen und in der Welt!

So bleibt mir nur noch zu sagen: Vergelt´s Gott an alle, die zu diesem Gelingen des Jugendtages beigetragen haben, wir sehen uns im nächsten Jahr!

Eure Sr. Dorothea Piorkowski


Gedanken zum Jugendtagsbild 2014

Friede sei mit euch!

Ein Wunsch, ein Zuspruch oder gar ein Geschenk?
Friede aus Gottes Hand. Friede  -   von IHM gehalten, zärtlich, fürsorglich, für jede und jeden sichtbar und bereit, weitergegeben zu werden.

Wie der Geist Gottes über dem Tohuwabohu des ersten Schöpfungstages schwebt, so ist Frieden über den Menschen in den Händen Gottes.

Der Friede in Regenbogenfarben zeigt, wie zerbrechlich er ist.
Der Regenbogen entsteht, weil das Licht sich bricht.
Frieden ist, wenn die Liebe und der Geist Gottes sich im Menschen brechen,
wenn das Licht und die Liebe Gottes aus den Menschen herausbrechen.
Frieden ist, wenn jeder Mensch im anderen Menschen die Schwester, den Bruder sieht, wenn sie Gemeinschaft sind, ein WIR, so wie wir heute!
Da ist Gottes Friede in und auf jeden herabgekommen, wie sein Geist an Pfingsten. Er belebt und beseelt uns und seine Liebe und sein Licht tragen uns.
Ja, Gott selbst wird in jedem Einzelnen gegenwärtig und wir sprechen eine Sprache, die alle verstehen, setzen Zeichen, die alle begeistern.

Ein Zeichen, ja sogar viele Zeichen, werden wir in Untermarchtal nach dem Jugendtag noch setzen. Einige von euch sind unserem Aufruf gefolgt und haben in den letzten Tagen und Wochen über 260 Friedens-Tauben-Hände ausgesägt und hierher gebracht. Dafür sage ich euch DANKE!

Das ist ein tolles Zeichen, das ihr gesetzt habt. Wir haben gestern schon einige gestaltet  und werden auch heute noch weitere anmalen. Die Friedens-Tauben-Hände werden hier an verschiedenen Orten dann ihren Platz finden und uns bei jedem Schritt daran erinnern:
Frieden kommt aus Gottes Händen

gehalten
leicht
spielerisch
bewegt

wir sind Menschen
voller Sehnsucht
voller Suchen und Fragen

offen gehen wir unsere Wege
offen stehen wir vor Gott
empfangen

seinen Geist
seinen Frieden
aus seinen Händen

er schenkt uns
sein Leben schaffendes Geistwort

Friede sei mit euch
heute am Jugendtag,
morgen zuhause
und alle Tage

Text & Logo: Sr. Marzella


Auch nach Sternwallfahrt und Jugendtag 2014 laden wir Euch herzlich ein, mit uns den "Friedensrosenkranz" zu beten:

*Jesus, bei dessen Geburt Engel den Frieden verkündeten
*Jesus, der unsere Schritte auf den Weg des Friedens lenkt
*Jesus, der selig gepriesen hat, die Frieden stiften
*Jesus, der seine Jünger gesandt hat, den Frieden zu bringen
*Jesus, der uns seinen Frieden hinterlassen hat

Eine Anleitung zum Beten des Rosenkranzes findet Ihr im neuen Gotteslob bei der Nr. 4. Anstatt der freudenreichen, lichtreichen, schmerzhaften, glorreichen und trostreichen Geheimnisse könnt Ihr die oben aufgeführten Gesätze des Friedensrosenkranzes einfügen.